KinderKlimperKram

Ein bisschen öko, ein bisschen waldorf und ganz viel praktisch – Tipps aus meinem Leben mit zwei Kids.

Kinderwagen – die Rennkarre der Kleinen

Rennkarre

Kinderwagen – diese verdammt teuren Dinger sind eine große Anschaffung und man muss sich gründlich überlegen, auf was man Wert legt und was einem dabei wichtig ist. Neben der guten Qualität sollten sie auch noch gut aussehen (schließlich rennt man damit ja immerhin 2-3 Jahre rum und schaut die Karre fast täglich an). Hier ein paar Anmerkungen aus unserer Praxis, über die es sich meiner Meinung nach lohnt nachzudenken:

RÄDER

Es gibt Luft gefüllte Räder und Hohlkammer-Räder.
Die mit Luft gefüllte Räder können (genau wie beim Fahrrad) schnell mal einen Platten haben, da sollte man besser ein Ersatzrad immer dabei haben. Aber sie sind schön weich und federn den Wagen besser ab als die anderen. Die Hohlkammer-Räder sind härter. Manche empfinden das auf Kopfsteinpflaster oder im Wald als recht holprig. Ich denke allerdings nicht, dass die Kids das blöd finden – Little K konnte nie genug „rock’n’roll“ bekommen.

Schwenkbare Räder sind in der Stadt WIRKLICH sehr praktisch, weil man damit den Wagen mit einer Hand lenken kann (äußerst angenehm, wenn man das nörgelnde Kindchen tragen muss 🙂

ABLAGEKORB

Der Korb an sich sollte geräumig sein, da man ihn SEHR oft zum Einkaufen benutzt und gleichzeitig auch Windeln, Buddelzeug und/oder Matschanzug transportiert. Mir war es deshalb auch wichtig, dass der Abstand zur Liege/Sitzfläche groß genug ist, damit man gut dran kommt und ohne viel Gefummel seine Einkäufe ablegen kann (der Aspekt ist nicht zu unterschätzen – und war für mich ein Grund nicht den Boogaboo zu nehmen).

POSITION vom GRIFF

Je nach Körpergröße und Schrittlänge solltet ihr ausprobieren, ob der Griff hoch/tief genug ist (bzw. sich ausreichend verstellen lässt) und ob beim Laufen/Schieben die Beine/Füße unterhalb (zwischen den Reifen) genug Raum haben und nicht gegen den Wagen stoßen. Denkt immer daran, dass ihr mit der Rennkarre sehr wahrscheinlich täglich unterwegs seid – permanent gebeugt oder mit verkürzten Schritten laufend lassen sich die täglichen Spaziergänge auf Dauern nicht genießen.

HÖHE der LIEGE- / SITZFLÄCHE

Auch hier gilt, je nach Körpergröße solltet ihr schauen, dass das Baby/Kind nicht zu tief oder hoch liegt oder sitzt. Euer Rücken wird ab der Geburt eh unter permanenter Belastung sein – deshalb achtet darauf, dass ihr euer Kind entspannt ablegen, hochnehmen und im Wagen bespaßen könnt. In den meisten Fällen würde ich sagen, ist es günstiger, wenn die Liegefläche nicht zu niedrig ist (auch das ein Grund für mich nicht den Boogaboo zu nehmen).

GEWICHT

Man muss die Karre oft heben oder tragen – zum Beispiel Haustreppen hoch/runter oder ins Auto rein. Überlegt euch gut, wieviel Gewicht ihr aushaltet.

BREITE

Mich persönlich nervt es ja ungemein, wenn etwas umständlich ist: ein zu breiter Wagen, mit dem ich in der Stadt nicht entspannt voran komme, würde mich wahnsinnig machen. Somit war ein schmales Modell (neben den Schwenkrädern) äußerst wichtig.

Gewicht + Breite >> beides, ein geringes Gewicht+ schmale Breite, in Kombi mit Schwenkrädern, lässt die Karre zu einem wendigen Flitzer in der Stadt werden… rein in den Bus, rauf und runter über Bordsteine, ins Café rein, durch Autos hindurch, zwischen Menschen im vollen Supermarkt… das sollte nicht unterschätzt werden. Das ist die praktische sportliche Variante. Oder ihr entscheidet euch für die größere Variante, die meist auch mit den großen, weich gefederten Rädern daher kommt. Die ist teilweise unpraktischer in der Handhabung in der Stadt, ist aber dafür im Wald oder Park angenehmer.

UMBAUMECHANISMUS

Probiert es unbedingt im Laden aus, mehrmals! Das Zusammenklappt sollte natürlich unkompliziert sein, denn die Karre wird tendenziell gestresst zwischen Einkaufstüten und quengelndem Kind auf/abgebaut.

BREMSE

Es gibt Hand- und Fußbremsen, ihr müsst euch überlegen, was ihr praktischer findet (ich fand des mit dem Fuß natürlicher, da es wie beim Auto ist – aber im nachhinein hätte ich eine Handbremse auch gut gefunden).

LIEGEN & SITZEN

Babywanne: Es gibt diverse Varianten, von soft+leicht bis stabil+schwer (Hartschale). Wir hatten uns für die Hartschale entschieden, weil sie solide ist und somit gleichzeitig auch als Babybett benutzt werden konnte (hat sich sehr bewährt, egal ob im Café, Park und vor allem auf Reisen). Die Schale hat feste Wände, im Gegensatz zu der soften Trage. Außerdem kriegt das Baby wirklich nie was davon mit, wenn man es z.B. aus der Wohnung runter trägt und auf den Wagen klickt.

Aber sie ist schwerer und vom Tragekomfort doch ein wenig unhandlich.
Deshalb muss man sich gut überlegen, welche Wege man damit zurück legen wird, im wievielten Stockwerk man wohnt und wieviel man tragen kann.

Oder ihr macht es wie meine im 4. Stock wohnende Freundin: Ihr transportiert euer Kind die vielen Treppen in einer Trage (ErgoCarrier oder Manduca) hoch/runter. Damit habt ihr sogar noch die Hände frei und verschont eure Beine von den blauen Flecken (ich von der sperrigen Babywanne permanent hatte).

Buggy/Sportsitz: Mir war es wichtig, dass die Rückenlehne des Buggysitzes ganz flach zurück gelegt werden kann. Die Kleinen können meist erst ab 9 oder 10 Monaten richtig stabil sitzen und sollten so lange wie möglich waagerecht liegen, um den Rücken zu schonen. Außerdem schlafen die Muckels ja auch oft im Wagen – und ich persönlich liege da auch lieber flach als schräg.

Little K war mit 4 Monaten zu groß für die Babywanne und schon sehr neugierig auf die Welt – im Buggysitz hat er dann viel mehr gesehen und unsere Spaziergänge wurden dadurch wieder entspannter 😉 Etwa mit 6 Monaten kam dann die Phase, wo nur noch auf dem Bauch liegend nach vorne rausschauend gefahren werden wollte. Das ging mit unserer Karre super – allein dafür hat sich die Entscheidung für unseren Wagen gelohnt!

Allerdings lässt sich die Rückenlehne unseres Wagen nur in 3 Positionen einstellen: waagerecht, leicht schräg und dann direkt hoch aufgestellt zum Sitzen. Zwischen leicht schräg und hoch aufgestellt hätte ich mir eine weitere schräge Position gewünscht. In der Zeit, wenn die Muckels noch nicht sitzen können, aber in der waagerechten zu wenig sehen, ist eine etwas höhere Schrägposition hilfreich, damit sie mehr mitbekommen können. Wir haben uns mit einer „Eigenbau-Konstruktion“ geholfen: Eine kleine Holzlatte hinten eingeklemmt hat die Lehne auf einer etwas höheren Position gehalten. Das hat sehr gut funktioniert.

VORWÄRTS und RÜCKWÄRTS FAHREN

Was ich im nachhinein bereut habe, war die Entscheidung gegen einen Griff, der mit einem Klick auf die andere Seite schwenkbar ist. Anfangs fährt man das Kind immer zu sich gerichtet durch die Welt. Irgendwann kommt die Zeit, da wollen die Kinder aber auch nach vorne schauen. Meiner Meinung nach gibt es in der Stadt aber viel zu viele „laute“ Eindrücke, die auf uns Mensch generell und auf unsere Kinder im Speziellen einprasseln. Ich schiebe Little K deshalb heute immer noch (fast 1,5 Jahre alt) nur für begrenzte Phasen nach vorne gerichtet durch die Stadt. Nach einer Weile bzw. in besonders vollen Gegenden (zB. Ku’damm) drehe ich ihn wieder zurück zu mir – erst recht, wenn es schon später am Nachmittag ist und wir das Programm drosseln, damit das Runterkommen zum Einschlafen besser geht. Leider muss ich bei unserem Wagen dafür immer den gesamten Buggysitz hoch heben und umdrehen – mit einem Kind drin, dass jetzt schon 12kg wiegt…puh. Wenn sich einfach nur der Griff auf die andere Seite bringen ließe, wäre das definitiv sehr viel bequemer und einfacher.

MODELLE

Wir haben uns durch die Empfehlung einer Freundin, gründlichem Vergleichen und mehreren Testfahrten im Laden für den Teutonia Cosmo entschieden. Online haben wir ca. 550€ inkl. Babywanne und Buggysitz bezahlt. Ich kann die Karre weiterempfehlen!

Teutonia Cosmo

Teutonia Cosmo

Freunde von mir haben einen anderen sehr praktisch-wendigen Flitzer, der mir auch sehr gut erscheint: Brio Sing (bekommt man anscheinend schon für ca. 650€ inklusive Babywanne, Sportsitz und sogar MaxiCosy). Ich glaube allerdings, dass er ein klein wenig breiter und schwerer ist als der Teutonia.

Brio Sing

Brio Sing

Hübsche, altmodisch schöne Kinderwägen, mit den großen weichen, aber festgestellten Rädern, die aber breiter und schwerer sind, kommen zum Beispiel von Emmaljunga.

Emmaljunga

Emmaljunga

ÖKOTEST

Es lohnt sich auch ein Blick auf den Test von Ökotest zu werfen – eine gute Zusammenfassung (inkl. aktuellem 2013er Test) findet ihr auf der Webseite von sparbaby.de. Viele Kinderwägen sind stark Schadstoffbelastet, somit kann der Naturkind Wagen eine gute Alternative sein – leider kenne ich niemanden der ihn fährt (und bei uns in der Nähe habe ich damals keinen Laden gefunden, der ihn verkauft), somit kann ich keine Erfahrungswerte weitergeben.

Hier noch einige WebSeiten, die hilfreich beim Kauf sein können:
kinderwagen-vergleich.de
vaterfreuden.de/tipps/entscheidungshilfen/worauf-sollte-ich-beim-kauf-eines-kinderwagens-achten
kiddixx.de

Ein Preisvergleich online lohnt auf jeden Fall!
Ach ja, Lieferzeiten liegen oftmals bei mindestens 10-12 Wochen…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 27. Juni 2013 von in .im Kinderwagen., Kauf-Empfehlungen und getaggt mit , , .

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