KinderKlimperKram

Ein bisschen öko, ein bisschen waldorf und ganz viel praktisch – Tipps aus meinem Leben mit zwei Kids.

Was tun bei wundem Baby-Po?

Embed from Getty Images

Es ist leider irgendwie unvermeidbar… irgendwann ist der Baby-Po doch rot oder im schlimmsten Fall sogar richtig wund. Egal wie sehr man sich bemüht. Leider. Wenn es noch nicht allzu schlimm ist könnt ihr statt (oder zusätzlich zu) Wundschutzcreme oder zinkhaltiger Salbe diese natürlichen Heilmethoden anwenden.

Sollte der Po aber schon richtig doll rot sein, dann versucht als erstes zu erkennen, ob euer Baby „nur“ eine Windeldermatitis oder schon einen Windelsoor hat. Als Windeldermatitis wird das „normale“ Wundsein bezeichnet. Doch leider kann zum „normalen“ Wundsein auch ein Hefepilz- oder Bakterienbefall hinzukommen, dann spricht man vom Windelsoor. Letzteren solltet ihr besser vom Arzt behandeln lassen.

Typische Symptome der Windeldermatitis:
wunder Windelbereich mit…

  • Hautrötung
  • Hautschuppung
  • manchmal offenen und nässenden Stellen
  • manchmal Bläschen

Typische Symptome von Windelsoor:
rötlicher Hautausschlag mit…

  • Knötchen
  • feine Pusteln
  • Schuppungen am Rand des Ausschlags
  • offene Hautstellen
  • …die in die Umgebung streuen (Satellitenpusteln), z.B. am Bauch oder an den Oberschenkeln.

(Quellen: Gesundheit für Kinder von Herbert Renz-Polster, Das Kinder-Gesundheitsbuch von Jan Vagedes)

Grundsätzliches zur Pflege bei Windeldermatitis:

Das A und O bei wundem Po (aber auch bei Windelsoor) ist eine intensivere Po-Pflege. Wechselt die Windel mindestens alle 2 Stunden. Wascht den Po nicht mit Wasser, sondern reinigt ihn am besten mit ölgetränkter Watte (gut geeignet ist Olivenöl, Lavera Pflegeöl oder Weleda Calendula-Kinderöl). Verzichtet am besten komplett auf Feuchttücher. Nach der Reinigung kann der Po vorsichtig abgetupft oder mit lauwarmer Luft trocken gefönt werden.

Muttermilch
Der beste und wichtigste Tipp meiner Hebamme! (Danke JK) Wenn ihr stillt, werdet ihr die wunderbar pflegende und vielseitige Heilwirkung von Muttermilch sehr schnell zu schätzen wissen. Sie hilft bei fast allen Wehwehchen: zB. bei Kratzern, wunden Brustwarzen, entzündeten Augen und auch bei wundem Baby-Po! Einfach ein paar Tropfen auf dem Po verstreichen, kurz an der Luft antrocknen lassen und dann wieder einpacken. Während meiner Stillzeit war Muttermilch das wichtigste Heilmittel überhaupt und ich konnte mir lange nicht vorstellen, wie ich jemals ohne auskommen würde.

Kokosöl
Wenn ihr nicht (mehr) stillt, dann ist Kokosöl (in Rohkost-Qualität) eine großartige Alternative zur Muttermilch. Es wirkt antibakteriell und pflegt die Haut gleichzeitig mit Feuchtigkeit – und hat auch eine vielseitige Heilwirkung. Ich creme Muckelinchens Po jeden Abend damit ein und habe schon bei Muckel gute Erfahrung damit gemacht. Schon der kleinste Anflug von rotem Baby-Po verschwindet schnell nach dem Auftragen von Kokosöl. Das ist also ein tolles Mittel zur Prävention von schlimmeren Entzündungen!

Waschungen mit Kamillentee
Ein Aufguss aus getrockneten Kamillenblüten oder 1-2 Beuteln Kamillentee wirkt abheilend. Ich achte dabei auf Bioqualität der Kamillenblüten (erst recht beim Beuteltee), da beim konventionellen Anbau von Kräutern und Früchten oft Schädlingsbekämpfungsmitttel und andere chemische Substanzen verwendet werden, die durch das Aufbrühen direkt in den Sud gelangen. Den Kamillensud abseihen und abkühlen lassen. Dann den wunden Po einfach mit dem kalten Kamillensud abtupfen (ohne zu reiben). Ältere Kinder können als Alternative auch kurze Sitzbäder in dem Kamillensud nehmen.

Waschungen mit Schwarzem Tee
Falls es doch zu schlimmerem Wundsein oder sogar zu Windelsoor gekommen ist, kann Schwarzer Tee ganz wunderbar helfen. Auch hier gilt es auf Bioqualität zu achten, damit man die irritierte Haut vor zusätzlichen Reizen durch Schadstoffe schützt; außerdem sollte der Schwarztee unaromatisiert sein. Es ist ein wunderbarer Hebammen-Tipp, denn Schwarzer Tee wirkt durch seine Gerbstoffe die mit den Hauteiweißen reagieren und eine Art ledrige Schutzschicht bilden. Dadurch werden äußere Reize abgehalten, Entzündungen gehemmt, eine Verbreitung von Keimen behindert und so Wunden ausgetrocknet. Nehmt eine große Menge zum Aufbrühen (3-4 Beutel auf eine Tasse), um einen starken Sud mit einer hohen Konzentration an Gerbstoffen zu bekommen. Er sollte mindestens 15 Minuten ziehen. Den Sud abseihen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Den Po damit abtupfen und kurz antrocknen lassen. Bei älteren Kindern könnt ihr alternativ auch lauwarme Sitzbäder machen. Man kann sogar über Nacht einen Beutel Schwarztee in die Windel legen, damit die Gerbstoffe dort die Reizungen durch langen Hautkontakt mit Urin abmildern.

Sitzbad aus Thymiantee
Sollte der Ausschlag doch schlimmer sein und sogar offenen Stelle haben, dann ist Thymiantee eine sehr gute Erstbehandlung. Je nach Alter des Kindes und Wassermenge 1/2-1 Liter konzentrierteten, 5 Minuten gezogenen Thymiantee (kräftige Farbe und Geruch) in das Sitzbad geben. Einmal täglich.

Umschläge mit Kartoffel
Ein altbewährtes aber fast vergessenes Hausmittel gegen jegliche Form von Entzündung ist die Kartoffel – also auch bei entzündetem BabyPo. Ich habe Kartoffelumschläge bisher noch nicht machen müssen, will euch aber diesen Tipp nicht vorenthalten. Für eine Kartoffelkompresse oder einen Kartoffelumschlag wird eine rohe Kartoffel gerieben und die Kartoffelmasse zwischen zwei Kompressen oder Mullbinden gegeben, sodass kein direkter Hautkontakt mit der Kartoffel entsteht und die Kartoffelmasse nicht vom Tuch fallen kann. Die Wirkstoffe des Wurzelgemüses ziehen entzündliche Stoffe aus dem Körper und lindern Hautirritationen schnell und natürlich.

Und wenn es doch Salbe sein muss?

Wir hatten vor kurzem zum ersten Mal mit sehr schlimmem Wundsein zu tun. Muckeline hat gezahnt und wirklich jeder Pups war feucht und hat den Po ätzend angegriffen. Sie hat bei der leichtesten Berührung schrecklich geweint *schnüff. Als erstes hat uns die Apothekerin eine Nystatin-haltige Salbe gegeben – aber da Muckeline keinen Hefepilzbefall hatte (also nicht mit Windelsoor gekämpft hat), habe ich mich nach einer Alternative umgesehen. Und wieder kam mir meine großartige Hebamme zur Hilfe, sie hat uns den Windelbalsam aus der Stadelmann-Serie empfohlen. Kombiniert mit Heilwolle (danke liebe Anileda für den Tipp) war der Spuck tatsächlich am Abend wieder vorbei. Eine andere Salbe, mit der meine Freundin sehr gute Erfahrung gemacht hat, ist die Rosatum Heilsalbe von Wala. Die habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.

Gute Wundschutz-Cremes gibt es sowohl von Weleda (Calendula-Babycreme) als auch von Lavera (Wundschutz-Creme). Letztere beinhaltet sogar Zink, falls ihr der zarten Haut einen Extraschutz geben wollt. Beide Cremes eignen sich gut zur Pflege während der Ausschlag abheilt.

Wie sind denn eure Erfahrungen mit natürlichen Hausmitteln bei wundem Baby-Po?

(Den Beitrag habe ich im Dezember 2014 nochmal überarbeitet und ergänzt.)

2 Kommentare zu “Was tun bei wundem Baby-Po?

  1. anileda
    16. März 2014

    Einen kleinen Teil Schafswolle (mit zwei Fingern abgezupft sollte reichen) auf die rote/entzündete Stelle legen. Salben ist überflüssig, denn der Fettgehalt der Wolle (Lanolin) pflegt die Haut, außerdem wirkt sie entzündungshemmend.
    Übrigens ist die Behandlung mit Heilwolle auch der Tip meiner Hebamme bei wunden Brustwarzen.

    Danke für den Tip mit der Muttermilch! Das werde ich gleich auch mal ausprobieren…

    • hidizzle
      18. März 2014

      Stimmt, die Schafswolle hatte ich vergessen. Aber ich hatte es auch noch nie ausprobiert. Dankeschön für den Hinweis!

Hier kannst du kommentieren...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. März 2014 von in Gesundheit, Pflege und getaggt mit , , , , , , , .

beliebte Artikel

Kategorien

ältere Beiträge

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Artikel zu erhalten.

BRIGITTE MOM BLOGS
%d Bloggern gefällt das: